Versöhnung

Versöhnung

Beichte / Sündenvergebung hat Jesus den Aposteln aufgetragen: Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Sakramentale Sündenvergebung ist nur durch den Priester möglich. Was ist Sünde? Sünde kommt von absondern. Ich sondere mich ab von Gott und den Menschen. In der Beichte kehre ich um. Finde dem Weg wieder zu Gott und den Menschen. Die Bibel berichtet uns vom liebenden Vater, der dem verlorenen, schuldig gewordenen Sohn entgegeneilt, ihn umarmt und in seine vollen Sohn-Rechte wiedereinsetzt; vom öffentlichen Sünder, auf den Jesus zugeht und ihn mit fast unhöflich direkten, aber zugleich sehnsüchtig suchenden Worten anspricht. Die Bibel bezeugt einen Gott, der nicht darauf wartet, dass wir selbst unser Leben in Ordnung bringen, sondern nur sehnsüchtig erhofft, dass wir uns ihm öffnen. Dann kann er heilen, vergeben, befreien, zu neuem Anfang führen. Der Ablauf soll kein Problem sein – ein fixes Ritual, wie es viele als Kinder kennengelernt haben, kann Stütze sein, ist aber keinesfalls nötig. Neben den angekündigten Beichtzeiten stehen wir Ihnen nach Absprache zur Ihrer Verfügung. Persönlich über unsere Priester oder über das Sekretariat können Sie sich anmelden. Lassen Sie beim Thema eventuell belastende Erfahrungen Ihrer Geschichte mit diesem Sakrament weg. Beichte muss weder nach einem bestimmten Schema ablaufen, noch perfekt sein. Die meisten Beichten finden nicht im Beichtstuhl, sondern im Wohnzimmer, in der Kirchenbank, bei einem Spaziergang oder Hausbesuch statt.

 

Erfahrung
In der Beichte bin ich eingeladen, mein Leben und besonders das, was mich am Tiefsten bewegt, vor Gott zur Sprache zu bringen, es ihm hinzulegen. So oft im Leben muss ich mich besser, perfekter, jünger, fescher, ... darstellen, als ich eigentlich bin, vor ihm darf ich so sein, wie ich bin. Bei ihm darf ich auch (was im Normalleben selten möglich ist) zu meinen Schattenseiten stehen, sie ihm anvertrauen, selbst immer noch mit offenen Wunden und Verletzungen, er blickt mich liebevoll an. Dabei lasse ich mir vom Priester die liebende Verzeihung Gottes verbindlich zusagen. In diesem Sakrament garantiert mir Gott Vergebung, möchte er mich im Tiefsten heilen. Es ist sinnvoll, bevor ich mich zu einem Fest mit jemandem zu Tisch setze, alles, was die gemeinsame Beziehung belastet, beiseite zu schaffen. Dann kann ich das Fest weit tiefer erleben, wenn kein Schatten mehr darauf liegt. Psychologen können Schuld zu Tage fördern (was schon einmal sehr wichtig ist), nicht aber wegnehmen. Ich kann nicht alle Fehler wieder gut machen, z. B.: ich kann niemanden um Verzeihung bitten, der verstorben ist; jemandem wurde (seelisch oder körperlich) eine nicht wieder gut zu machende Verletzung zugefügt, ... dann kann ich dies nur mehr in Gottes Hand legen. Sünde hat auch etwas mit Mitmenschen zu tun. Wenn ich mein Leben vor Gott zur Sprache bringe, (Beichte oder Bussfeier) wenn ich die Belastungen meines Lebens, meine Schulderfahrungen und Verfehlungen bei ihm abgeladen habe, tut es gut, genau dort hinein durch den Priester die verbindliche Zusage Gottes zu hören: „Deine Sünden sind dir von Gott vergeben“; da tut es gut, wie eine versöhnende Umarmung die Handauflegung zu spüren. Nicht, dass Gott mir ohne Beichte nicht verzeihen würde, aber es tut ganz einfach gut, es sich so deutlich und verbindlich zu sagen und versprechen zu lassen!

 

Bussfeier in der Pfarrei
Seit vielen Jahren feiern wir in unserer Pfarrei in beiden Kirchen zweimal im Jahr Bussfeiern (vor Weinachten und Ostern in beiden Kirchen): gemeinsam singen, nachdenken, eingestehen, dass wir alle Fehler haben, schwach sind und dennoch (gerade deshalb) von Gott besondere Zuwendung erfahren können.

 

Man erkennt den Irrtum daran, dass alle Welt ihn teilt.

Jean Giraudoux, franz. Diplomat
u. Schriftsteller (1882 - 1944)


 Die KIRCHE ist „ihrem Wesen nach
 MISSIONARISCH!“
(Vatikanum II, Ad gentes 2)

 Die röm. kath. Pfarreien Langnau, Richenthal  
 und Reiden-Wikon präsentieren die neue Reihe:

 Impulse und Denkanstösse zu einem
 missionarischen Kirche-Sein heute


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Liturgie und Kirchenerneuerung

Referentin: Dr. Gunda Brüske

Mittwoch, 29. Oktober 2019, 20.00
Pfarreizentrum Reiden