Film Bruder Klaus

Episches Bühnenstück über Niklaus von Flüe, genannt Bruder Klaus, aus dem Blickwinkel seiner Frau Dorothea begeisterte das Publikum in Wikon.
«Mensch Klaus»

Der Pfarrei Reiden-Wikon liegt das 600 Jahre Jubiläum ihres Kirchenpatrons Bruder Klaus sehr am Herzen. Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr war das am 5. Mai aufgeführte Bühnenstück «Mensch Klaus» aus der Feder von Regisseur Hans Golling. Golling stellte nicht Bruder Klaus, sondern dessen Frau Dorothea in den Mittelpunkt der Handlung. Bot den Zuschauern Einblick in die Ehe, das Leben und Wirken aus der Sicht seiner Frau Dorothea, die in ihm vor allem den «Mensch Klaus» sah. Am Ende der Aufführung war klar, dass aus Niklaus von Flüe ohne die tiefe Liebe, Stärke und innere Zufriedenheit seiner Dorothea, nie Bruder Klaus geworden wäre.

Mit «Mensch Klaus» ist Hans Golling, Betriebswirtschafter, Amateurschauspieler aus Wikon, ein gelungenes Werk über Bruder Klaus aus weiblicher Perspektive gelungen. Auslöser dafür war ein Gespräch mit Pfarradministrator Jarosław Platuński über den Kirchenpatron von Wikon. Nach Angaben des Regisseurs beruhen 90 Prozent des Stücks auf historischen Fakten. Dorothea von Flüe, geborene Wyss wurde von Hanni Golling gespielt. Mit ihrer einfühlsamen Art, unterstrich sie die Rolle der Dorothea auf besondere Weise. Hans Golling selber übernahm den Part von Adrian von Bubenberg, der sich als Geist frei durch Zeit und Raum bewegen konnte, was ihm erlaubte, nicht nur seine Erlebnisse als Freund und Vertrauten von Bruder Klaus in den Dialog mit Dorothea einzubauen, sondern auch in die Zukunft zu schauen. Die Inszenierung wurde mit mittelalterlicher Musik untermalt. Hanspeter Merz spielte Drehleier, Ingrid Merz Gitarre.

Die starke Frau hinter dem starken Mann

Dorothea war 15 Jahre alt gewesen, als sie den doppelt so alten Niklaus von Flüe 1446 heiratete. Zehn Kinder hatten die beiden. Seine Familie verliess er mit dem Einverständnis seiner Frau, um dem Ruf Gottes zu folgen und fortan als Eremit im Ranft in der Melchaa-Schlucht zu leben, einen Steinwurf von seinem Haus entfernt. In Dorotheas Selbstgespräch und später im Dialog mit Adrian von Bubenberg wurden das unerschütterliche Vertrauen, Respekt und die Kraft an etwas zu glauben, was auf den ersten Blick nicht verständlich oder sichtbar ist aufgezeigt. Wie durch die Fähigkeit Dinge anzunehmen so wie sie sind, Ängste und Zweifel in den Hintergrund. Dorothea brachte dies mit dem Satz: «Die Zeit mit Klaus hat mich gelehrt, dass vieles möglich ist, wenn Gott so will.» sehr schön auf den Punkt. Die Höhen und Tiefen ihrer Liebe wurden aufgezeigt. Momente in denen sie an ihrer Ehe zweifelte. Aber auch die tiefe innige Weise der Verbundenheit spürte, wenn Dorothea ihn im Ranft besuchte. Die seelische und geistige Liebe hatte die sinnliche abgelöst. «Ja ein aussergewöhnlich guter Mensch», meinte auch Bubenberg und fuhr fort «Er hat aus meiner Sicht das Wesentliche des Menschseins erfühlt und erarbeitet. Erst das liess ihn zum gefragten Mittler oder wie in späteren Zeiten gesagt wird, zum Mediator werden.» Bruder Klaus ist im Jahre 1947 von der Katholischen Kirche zum Heiligen erkoren worden. Zu dem Zeitpunkt wird auch seine Frau Dorothea Wyss als zu heiligende erwähnt.

Nach der Aufführung mischten sich die Schauspieler und Musiker beim Apéro unter die Gäste. Viele lobende Worte waren zu hören.

Bericht: Beatrix Bill


Filmfassung und Hörfassung: Christoph Klein


Filmfassung

 

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Jean Giraudoux, franz. Diplomat
u. Schriftsteller (1882 - 1944)


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